 Reinbek. Die Anwohner von Cronsberg und Rosenstraße machen mobil gegen die Ausbaupläne. Fotos: Prädel
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Anwohner von Cronsberg und Rosenstraße machen mobil gegen Sanierungspläne
"Eine Luxussanierung lehnen wir ab"
Reinbek (hap) - Erika Phoenix ist Rentnerin. Sie lebt in einem 50 Jahre alten Haus am Cronsberg, das sie geerbt hat. Doch so richtig wohl fühlt sie sich dort seit wenigen Monaten nicht mehr. Seit die Reinbekerin weiß, dass die Stadt die Straße vor ihrem Grundstück opulent sanieren möchte, sieht sie für die Zukunft schwarz: Voraussichtlich rund 10.000 Euro wird sie für die Sanierung berappen müssen. Erika Phoenix teilt ihr Schicksal mit rund 145 Anliegern an der Rosenstraße und am Cronsberg. Die Wohnstraßen wurden Mitte der 50er Jahre gebaut, die Gehwege erst vor wenigen Jahren erneuert. Doch die Fahrbahn, mit massiven Betonsteinen gepflastert, ist marode. Nun will die Stadt die beiden Straßen erneuern: Die Fahrbahn soll von 5,0 auf 5,50 Meter verbreitert, der Gehweg auf der Ostseite des Cronsbergs auf 65 Zentimeter verengt werden. Der Verbindungsweg zwischen Cronsberg und Hermann-Körner-Straße soll als Fuß- und Radweg angelegt werden, die Siele am Cronsberg sollen auf der Westseite konzentriert werden. Außerdem sollen die vorhandenen Straßenlaternen durch moderne, energiesparende LED-Lampen ersetzt werden. Geschätzte Gesamtkosten der Sanierung: etwa 750.000 Euro. Das Problem: Dreiviertel dieser Kosten sollen nach der geltenden Satzung von den Anliegern gezahlt werden. Macht nach Adam Riese die Summe von insgesamt 562.500 Euro. Die Anwohner werden - abhängig von der Größe ihrer Grundstücke - zu Ausbaubeiträgen herangezogen. Die Restsumme würde aus dem Stadtsäckel kommen. "Viele der Anlieger sind Rentner, die können es sich nicht leisten, 2.000 bis 11.000 Euro für die Sanierung zu bezahlen", sagt Dieter Kwoll, der mit seiner Familie ebenfalls am Cronsberg in einem Reihenhaus lebt. "Es gibt nur wenige Anwohner, denen es aus finanziellen Gründen egal ist, ob die Straßen saniert werden", fügt Kai Fiedler hinzu. Die Anwohner haben nichts gegen die Ausbesserung der Fahrbahnen in Rosenstraße und Cronsberg. "Aber eine luxuriöse Sanierung, wie sie von der Stadt vorgesehen ist, lehnen wir ab", so Dieter Kwoll. Immerhin, sagt Fiedler, wolle die Stadt nach dem aktuellen Planungsstand inzwischen darauf verzichten, den Verbindungsweg zwischen Cronsberg und Hermann-Körner-Straße als Fuß- und Radweg anzulegen. "Das ist aber auch der einzige unserer Änderungsvorschläge, der berücksichtigt wurde", so Fiedler. Insbesondere der geplante Ausbau der Fahrbahn auf 5,50 Meter treibt nach Ansicht der Kritiker die Kosten übermäßig in die Höhe. "Dabei würde bei einer Einbahnstraße, wie wir sie hier haben, nach den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen, an denen sich auch das Bauamt orientiert, sogar eine Breite von 3,50 Meter ausreichen", betont Dieter Kwoll. Die Bedenken und Vorschläge der Anlieger von Cronsberg und Rosenstraße sind auch Thema im Bau- und Planungsausschuss, der heute, Dienstag, 31. Januar, im Rathaus tagt. Die Sitzung wird um 19.30 Uhr eröffnet.
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