Nr. 35 / 31. August 2010 / 42. Jahrgang  
  
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Zwei Dutzend Fußballspieler und Sympathisanten demonstrierten
Barsbüttel: Rote Karte für BSV

Barsbüttel. Mit einem Marsch vom Rathaus zur Sportanlage am Soltausredder protestierten letzte Woche junge Fußballer und ihre Eltern gegen den Vorstand des Barsbütteler SV.
Foto: Moszczynski
Bartsbüttel (mos) - Sie gingen auf die Straße, weil sie Fußball spielen wollen, aber nicht dürfen. Heute am Dienstagabend wollen sie auch in der Sitzung des SKS-Ausschusses (19.30 Uhr im Bürgerhaus) für ihre Sache kämpfen. Mit einer Demonstration protestierten in der letzten Woche zwei Dutzend jugendliche Fußballspieler und ihre Eltern gegen den Barsbütteler SV. Zu dem Protestzug, an dem über 70 Menschen teilnahmen, hatten die Eltern der jungen Sportler aufgerufen. Die Mannschaft war im Juli geschlossen zum Ortsrivalen Willinghusener SC gewechselt, nachdem die Abteilungsleitung angeordnet hatte, die Spieler eines funktionierenden Teams
nach dem Geburtsjahrgang auf verschiedene Mannschaften zu verteilen. Trotz erster Annäherungsgespräche, bei denen Bürgervorsteher Jörg Kiencke als Moderator eingeschaltet wurde, sperrte der BSV die gewechselten Jungfußballer jetzt bis Anfang November für Punktspiele. Die Eltern der 15 bis 17 Jahre alten Spieler werfen dem BSV-Vorstand vor, einen Machtkampf auf dem Rücken der Jugendlichen auszutragen. Der BSV hatte im Frühsommer den Wunsch des Trainers und der Jugendlichen abgelehnt, weiterhin gemeinsam in einem Team zu spielen. Als Begründung diente das Nachwuchskonzept des Vereins, das nach Geburtsjahrgängen sortierte Mannschaften vorsieht. Schon damals hatten die Spieler heftig protestiert. Plakate und ein im Juli in Umlauf gebrachter offener Brief veranlassten den BSV nun offenbar, den Spielern die Freigabe zu verwehren. Jürgen Busacker, Trainer des Teams und Verfasser des offenen Briefs, forderte Münster und den Vereinsvorsitzenden Bernhard Zeppenfeld darin zum Rücktritt auf. Gegenstand der Vorwürfe war unter anderem ein Dokument, das Münster per E-Mail an Trainer und Betreuer der BSV-Jugendabteilung verschickt hatte. Es handelt sich um eine als Fälschung enttarnte angebliche Rede des früheren australischen Premierministers John Howard gegen Ausländer, die seit 2008 im Internet kursiert. Mit dem Versand dieser "Propagandamail", schrieb Busacker, würden Signale gesetzt, Vereinskameraden auszugrenzen. Der Sportverein wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück. Der Vorsitzende Bernhard Zeppenfeld hebt darin insbesondere die Erfahrung und Verdienste des Jugend-Obmanns Uli Münster hervor. Dieser wurde erst im März 2010 als Jugendleiter der Fußballabteilung wieder gewählt. Den Vorwurf ausländische Jugendliche auszugrenzen, widersprach Zeppenfeld entschieden. In dem festgefahrenen Konflikt ruhen nun die Hoffnungen auf Bürgervorsteher Jörg Kiencke als Moderator. Für die Jugendfußballer kommt eine Einigung allerdings zu spät. Die Punktspielrunde hat bereits ohne sie begonnen.


Betriebshöfe Barsbüttel und Reinbek
Kooperation wird zur Hängepartie

Reinbek. Bürgermeister Axel Bärendorf will die Zusammenlegung der Betriebshöfe der Gemeinde Barsbüttel und der Stadt Reinbek vorantreiben.
Foto: Prädel
Reinbek (hap) - Auch in ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause konnte sich die Stadtverordnetenversammlung Reinbek nicht auf ein endgültiges Konzept für die seit Monaten beabsichtigte Zusammenlegung der Betriebshöfe Barsbüttel und Reinbek einigen. Zu groß ist in weiten Teilen des Stadtparlaments offenbar die Sorge um einen Kontrollverlust. Die geplante Kooperation wird zur Hängepartie.
Die alten Ressentiments, die bereits in der Juni-Sitzung dazu geführt hatten, dass die Stadtvertretung die von Bürgermeister Axel Bärendorf favorisierte Gründung einer Anstalt öffentlichen Rechts ablehnte, wurden auch in der jüngsten Sitzung wieder deutlich.
Die vorliegenden Vertrags- und Satzungsentwürfe "ließen zu viele Fragen offen, die zu Irritationen führen", so CDU-Fraktionsvorsitzender Wilfried Potzahr. Günther Herder-Alpen (Grüne) rügte, dass sich die Ausgangslage seit der Juni-Sitzung nicht geändert habe. Klaus-Peter Puls (SPD) und Bernd-Uwe Rasch (FDP) bezeichneten die Vertragsentwürfe als "lückenhaft" und "nicht zustimmungsfähig". Die Liberalen monierten, dass bislang nicht deutlich werde, wie sich die Personalkosten in der städtischen Verwaltung durch die Gründung einer Betriebshof-Gesellschaft reduzieren werden.
Deutlich wurde auch, dass die Stadtverordneten nach wie vor befürchten, Einflussmöglichkeiten zu verlieren, wenn die Betriebshöfe in eine Anstalt öffentlichen Rechts überführt werden. Heinrich Dierking (Forum21) sprach in diesem Zusammenhang von "Politik-Murks" - "da machen wir nicht mit". Eine Zusammenarbeit der Barsbütteler und Reinbeker Betriebshöfe sei auch möglich, "ohne neue Verwaltungs-Monstren" aufzubauen.
Sprecher aller Fraktionen betonten zwar, dass sie grundsätzlich für eine Kooperation der Betriebshöfe sind. Doch zur nächsten Sitzung im September soll die Verwaltung nun noch einmal alle Möglichkeiten einer Zusammenarbeit prüfen und dabei die Bedenken der Fraktionen berücksichtigen.

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