Nr. 4 / 27. Januar 2015 / 47. Jahrgang  
  
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Katrin Ackermann ist Nachfolgerin von Gabriele Gindorf
Neue Akzente im Gutshaus

Katrin Ackermann (r.) löst Gabriele Gindorf als stellvertretende Leiterin des Gutshauses ab. Gindorf hat das Gesicht des Gutshauses 34 Jahre lang geprägt.

Foto: Iwohn

Glinde (ciw) - "Ich trete in Fußstapfen, die sehr groß sind", sagt Katrin Ackermann (51), Nachfolgerin von Gabriele Gindorf (65) als neue stellvertretende Leiterin des Gutshauses. Viele der bewährten Angebote will sie weiterführen, aber auch eigene Ideen entwickeln und neue Akzente setzen. So zum Beispiel mit einem "Theaterprojekt 50+". Dafür sucht Ackermann Mitspieler, die sich den Fragen des Lebens stellen wollen: "Wir spielen und interpretieren anhand von Geschichten Szenen und schauen den guten und schlechten Zeiten des Lebens humorvoll ins Auge. Denn die besten Geschichten schreibt bekanntlich das Leben selbst".
Ackermann ist selbst Autorin der Theaterstücke. Das Leben kennt sie gut. Die Mutter zweier Söhne hat drei Ausbildungen absolviert und bisher in vielen Berufen gearbeitet. Sie ist Sozialpädagogin, Erzieherin und Bürokauffrau. "Meine Arbeitsfelder bisher waren sehr breit gefächert", sagt sie. Zu ihren beruflichen Stationen gehören ein Bergedorfer Kinder- und Jugendheim, eine Beratungsstelle für wohnungslose, alleinstehende Erwachsene, eine selbstständige Tätigkeit in ihrem Familienbetrieb, ein Geschäft für Gastronomieeinrichtungen in Hamburg, Arbeit als Bürokauffrau, Leiterin des Fachbereiches Junge VHS in Geesthacht, eine Tätigkeit in einem Ratzeburger Seniorenheim und die Betreuung von Ehrenamtlichen beim Diakonischen Werk, die Senioren zuhause betreuen. Jetzt ist sie pädagogische Mitarbeiterin und stellvertretende Hausleitung des Gemeinschaftszentrums Sönke-Nissen-Park Stiftung im Gutshaus Glinde, so der offizielle Titel.
"Hier in Glinde bin ich toll angenommen worden", freut sich Ackermann, die bereits seit November im Gutshaus arbeitet. Gindorf geht zum 1. Februar in den Ruhestand.
"Ich habe es bisher so noch nie erlebt, dass die Mitarbeiter so interessiert und offen auf mich zu gekommen sind und mir ihre Kooperation anbieten", sagt sie. "Das Gutshaus ist voller Leben."
"Ich gehe leichten Herzens, denn ich sehe, dass in meinem Sinne hier weiter gearbeitet wird", sagt Gindorf. Sie hatte Mitte 1981 im Gutshaus angefangen, wollte ein paar Jahre bleiben, daraus wurden 34 Jahre. Die Gemeinwesenarbeit lag ihr als Soziologin und Sozialpädagogin sehr am Herzen.
Anfangs war das Büro der Sönke-Nissen-Park Stiftung in einem Büro der Hochhäuser, die in den 1970er Jahren gebaut worden waren.
Dort sollte der Anonymität entgegen gewirkt und die Nachbarschaft in den Häusern gestärkt werden. Ein Info-Treff, den es bis heute gibt, vernetzte die Arbeit der Fachleute in Südstormarn. "Auch der Frauentreff und der Kinderbekleidungsflohmarkt haben sich als sehr nachhaltig erwiesen, es gibt sie bis heute", so Gindorf.
"Besonders geschätzt habe ich in Glinde die Freiheit, meine Arbeit selbstständig gestalten zu können", sagt sie. "Volker Müller und Angelika Thomsen waren wichtige Begleiter. Die Gemeinwesenarbeit war damals noch nicht so anerkannt, und wir mussten die Kommunalpolitik von der Wichtigkeit überzeugen."
Jugendhilfeplanung, Kinderstättenbedarfsplanung und eine umfassende Sozialplanung nahmen Gestalt an. In den 1980er und 1990er Jahren waren außerdem viele Angebote für Frauen angesagt. Man hatte einen hohen Bedarf an Austausch, Selbsterfahrung und Emanzipation. Später kam die interkulturelle Arbeit hinzu, zum Beispiel die Arbeit mit Spätaussiedlern, die Treffpunkte suchten und deutsch lernen wollten. Auch der Miniclub ist Treffpunkt für viele Migranten. Mit der Aktion "Mut tut Gut" wurde Zivilcourage gefördert, Zunkunftswerkstätten eruierten das Interesse von Bürgern an Projekten in der Stadt.
Seit den 1980er Jahren befindet sich das Büro der Sönke-Nissen-Park Stiftung im Gutshaus, wo zeitweilig die Sozialstation und die Stadtbücherei untergebracht waren.
Im Ruhestand will Gindorf weiterhin ihren Lehraufträgen über Soziologie für sozialpädagogische Berufe an einem Institut nachkommen und sich weiter ihrem Hobby, dem Lesen, widmen.




Landratswahl im Kreis Herzogtum Lauenburg
Mehrheit für Christoph Mager

Dr. Christoph Mager ist neuer Landrat im Kreis Herzogtum Lauenburg.

Foto: PT

Ratzeburg/Wentorf (hap) - Matthias Heidelberg bleibt Bürgermeister von Wentorf. Bei der Wahl zum neuen Landrat des Kreises Herzogtum Lauenburg erzielte der 53-jährige Kandidat der Fraktion der Grünen zwar einen Achtungserfolg: So votierten neun Abgeordnete für ihn und damit zwei mehr als die sieben Vertreter der Grünen-Fraktion. Für den Wahlsieg reichte das jedoch nicht.
Mit deutlicher Mehrheit konnte der CDU-Kandidat Dr. Christoph Mager die Wahl für sich entscheiden. Der 38-jährige Jurist erhielt 24 Stimmen der insgesamt 45 Kreistagsabgeordneten - eine mehr als für die absolute Mehrheit erforderlich. Ein zweiter Wahlgang, den alle Beobachter angesichts von drei Kandidaten vermutet hatten, war damit überflüssig. SPD-Bewerber Jens Meyer, Vorsitzender seiner Fraktion im Kreistag, erhielt lediglich zwölf Stimmen - und hatte damit noch nicht einmal die volle Unterstützung seiner 14-köpfigen Fraktion.
Vor dem Wahlgang hatten die drei Kandidaten noch einmal die Chance, sich persönlich und ihre Ziele als möglicher neuer Landrat vorzustellen. Bei dieser Gelegenheit sorgte Matthias Heidelberg für eine handfeste Überraschung: Der Christdemokrat kündigte seinen Austritt aus der CDU an. So wolle er Gerüchten um ein drohendes Parteiausschlussverfahren begegnen, erklärte Heidelberg.
Zum 1. Juni tritt Christoph Mager die Nachfolge von Landrat Gerd Krämer an, der aus gesundheitlichen Gründen von seinem Amt zurückgetreten ist. Der gebürtige Kieler lebt in Ratzeburg, ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Der Jurist, der über das Thema "Terrorismusbekämpfung zwischen Freiheit und Sicherheit" promovierte, wurde vor zwei Jahren zum Richter auf Lebenszeit ernannt und ist im Amtsgericht Ratzeburg tätig. Seit 2013 gehört er dem Kreistag an.
CDU-Fraktionschef Norbert Brackmann beschreibt Mager als Mann, "der sich durch seine besondere Sachlichkeit und das Vermögen, auch Menschen unterschiedlicher Meinung zusammenzuführen, hervorgetan hat". "Ich war ganz entspannt", beschreibt Bürgermeister und Landrats-Kandidat Matthias Heidelberg seinen Zustand beim Wahlgang in Ratzeburg. Er habe nicht damit gerechnet, neun Stimmen auf sich vereinigen zu können. "Dass es danach nicht mehr weiterging, ist Demokratie", sagte er. Jetzt konzentriere er sich wieder mit voller Kraft auf seine Aufgaben in der Wentorfer Verwaltung.
Seinen Austritt aus der CDU, der er 25 Jahre lang angehört habe, begründete er mit einer Bestimmung in der Landessatzung der Partei. Danach hätte ihm der Parteiausschluss gedroht, weil er nicht gegen einen anderen CDU-Kandidaten hätte antreten dürfen, der von Parteigremien offiziell nominiert wurde - in diesem Fall Dr. Christoph Mager. "Aber das sehe ich ganz emotionslos", so Heidelberg.
Bürgervorsteher Andreas Hein zeigte sich zumindest erleichtert, "dass Matthias Heidelberg nun noch bis März 2017 Wentorfer Bürgermeister bleibt".



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