Nr. 9 / 03. März 2015 / 47. Jahrgang  
  
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Zum ersten Mal zwei Frauen an der Spitze der Glinder Pfadfinder
Abenteuer ohne Handy erleben

Stine (13), Freya (13), Finy (17) und Lilli (13) von den Christlichen Pfadfindern in Glinde haben viel Spaß beim gemeinsamen Backen (v.l.).

Foto: Iwohn

Glinde (ciw) - Einfach leben ohne Technik und Handy, in der freien Natur unterwegs sein, Abenteuer und Zusammengehörigkeit erleben, Feuer machen, über dem Lagerfeuer kochen, Fackelzüge in der Nacht, und Verantwortung für andere übernehmen - all das fasziniert die 13-jährige Stine aus Glinde. Sie ist Pfadfinderin und gehört quasi seit ihrer Geburt zum Stamm Sönke-Nissen, so wie ihre kleine Schwester Lisa (10), ihre Eltern und ihre Großeltern. An der Spitze des in den 1980er Jahren gegründeten Stammes der Christlichen Pfadfinder stehen mit Renée Pathak (28) und Katrin Dannehl (30) zum ersten Mal zwei Frauen.
Stine, Schülerin am Gymnasium Glinde, findet vor allem die Lager-Freizeiten toll. Viermal im Jahr geht es zu Zielen in Deutschland: in den Ferien mal 14 Tage lang, mal am Wochenende. Bei einem Großlager, an dem alle vier Jahre etwa zehn befreundete Stämme aus Deutschland zusammenkommen, sind es etwa 120 bis 180 Pfadfinder, die sich treffen. Bei diesen Lagerfreizeiten kann Stine alles in der Praxis umsetzen, was sie in der Theorie gelernt hat. Rallyes und Spiele bringen ihr viel Spaß. Theorie das sind auch die Vokabeln, die nur die Pfadfinder kennen: Jurte oder Kothe für ein Zelt, Juja für die Jugendschaftsjacke, Kluft für das Pfadfinder-Outfit, Meute oder Sippe für die Gruppen. Eines der Hobbys von Stine ist das Kochen, für das sie gemeinsam mit den anderen sechs gleichaltrigen Mädchen ihrer Sippe, den Schneehasen, mittwochabends im Pfadfinderheim Im Gellhornpark 24 Gelegenheit hat.
"Gemeinschaft erleben und Neues entdecken, sind schon die Werte, die die Wölflinge lernen, mit acht bis zehn Jahren die Jüngsten im Pfadfinderstamm", sagt Renée Pathak. "Von Sternenbildern über das Verhalten in der Natur bis hin zu christlichen Werten wie Respekt und Hilfsbereitschaft gibt es viel zu erfahren", sagt sie. Renée ist mit sieben Jahren bei den Pfadfindern eingetreten. Eine Freundin hatte sie dahin mitgenommen. Renée gefiel es, und sie blieb.
Die Glinder Pfadfinder haben zurzeit etwa 90 Mitglieder und freuen sich über weitere Interessierte. Plätze sind frei in der Meute für die Kleinen, bei den drei Sippen für zwölf- bis 17-Jährige, eine für Mädchen zwei für Jungen, diese heißen "Luchse" und "Wildkatzen". Die "Rover", das sind alle ab 18 Jahren und die "Morla" nimmt alle ab 34 Jahren auf. Mehr Infos: E-Mail katrin@pfadis-glinde.de oder Telefon 040-710 98 584.




Olof-Palme-Friedenspreis im Schloss verliehen
Auszeichnung für Flüchtlingshilfe

Stormarn (mom) - Das Reinbeker Schloss bot den Rahmen für die Verleihung des Olof-Palme-Friedenspreises. Dieser wird seit 1987 jährlich an Palmes Todestag von den Stormarner Sozialdemokraten vergeben. Acht Vorschläge kamen in die engere Wahl, über die das Kuratorium zu entscheiden hatte. Stellvertretend für alle Flüchtlingsinitiativen im Kreis Stormarn ging die mit 1.750 Euro dotierte Auszeichnung an den Freundeskreis für Flüchtlinge in Ahrensburg. Den Preis nahm der Vorsitzende Axel Fricke entgegen.
"Der umfassendste Vorschlag stammt von Dieter Weiß, und er schlug alle Initiativen, Arbeits- und Freundeskreise vor, die sich im Kreis Stormarn um Flüchtlinge kümmern", so der Landtagsabgeordnete Martin Habersaat (SPD) in seiner Laudatio. Als Beispiel hatte Weiß den Freundeskreis Flüchtlinge in Ahrensburg genannt, der auch von Ahrensburgs Bürgermeister Michael Sarach vorgeschlagen worden war. "Das Kuratorium hat es nicht gewagt, dem Vorschlag zu folgen und alle auszuzeichnen, auch wenn alle es verdient hätten. Aber ein Signal für den Umgang mit Flüchtlingen war uns wichtig", sagte Habersaat. Er erinnerte daran, dass sich gerade in Schleswig-Holstein durch Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten nach dem Zweiten Weltkrieg die Einwohnerzahl vervielfacht hat. "Jetzt sind wir bei 19.000 Menschen, die bei uns um Hilfe nachfragen", sagte Habersaat. Aber selbst bei einer Gesamtzahl an Flüchtlingen in Schleswig-Holstein von bald 20.000 sei die Diskussion über eine Überfremdung bei einer Einwohnerzahl von 2,8 Millionen irreal, stellte er mit Nachdruck fest. "Darum hat sich das Kuratorium entschlossen, den Einsatz für Flüchtlinge zu würdigen und stellvertretend eine Gruppe für alle andern auszuzeichnen."
Schleswig-Holsteins Ministerin für Schule und berufliche Bildung, Britta Ernst (SPD) hob in ihrer Festrede die Besonderheit des Olof-Palme-Friedenspreises hervor.
"Unsere Gesellschaft hat viel Platz für Menschen, die Hilfe benötigen", sagte sie. "Demokraten müssen zusammenstehen, denn die Welt ist aus den Fugen geraten." Darum werden neue Antworten auf die neuen Krisen gebraucht, denn Gegner sind Terrorgruppen und keine Länder, so Ernst. "Freiheit ist ein starkes Fundament der Gesellschaft, Kundgebungen gegen Fremdenhass ein starkes Zeichen der Demokratie. Wir müssen wachsam sein, den Jugendlichen Orientierung geben, denn Kinder sind unsere Zukunft. Bildung ist der beste Weg gegen Extremismus", so die Ministerin. Preisträger Fricke zeigte sich sehr überrascht und dankte allen in der Flüchtlingsarbeit Aktiven. Die ausgezeichnete Gruppe möchte vor allem handeln, etwa Unterstützung bei Behördengängen, Einkäufen oder Arztbesuchen leisten oder Hilfe bieten beim Erlernen der deutschen Sprache. Denn bei den vielen Fragen gerade in der Anfangsphase ihres Lebens in Deutschland sind die Flüchtlinge auf vielerlei Hilfe angewiesen. Im Rahmen der Hilfe bei der Bewältigung der Lebensorganisation sollen auch mitmenschliche Kontakte entstehen, die der Isolation in der Fremde entgegenwirken.
Nominiert aus Südstormarn waren außerdem Museum Rade und die Stiftung Sammlung Italiaander, die Islamische Gemeinde Glinde/Reinbek für ihre Flüchtlingsarbeit sowie Verena Tunn mit ihrer Hilfe für die Flüchtlinge in der Glinder Moschee, die den den Namen "Mama Afrika" bekommen hatte.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung, an der gut 200 Gäste teilnahmen, von Gitarrist und Sänger Lutz Elias-Cassel, die Rezitation "Olof Palme spricht" wurde von Yannick Reimers vorgetragen.



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