Nr. 31 / 29. Juli 2014 / 46. Jahrgang  
  
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Ein 13-jähriger Schüler aus Wentorf wirbt für eine Baumpflanzaktion
"Klimaschutz geht uns alle an"

Wentorf. Johannes Heiderich, 13 Jahre, aus Wentorf sorgt mit seiner Pflanzaktion für Furore: Schon mehrere Firmen sowie die Wirtschaftsinitiative sicherten ihm ihre Unterstützung zu.

Foto: Prädel

Wentorf (hap) - Er schreibt E-Mails, vereinbart telefonisch Gesprächstermine, präsentiert seine Idee vor Geschäftsleuten oder führt Besprechungen mit Mitarbeitern des Betriebshofes. Johannes Heiderich ist allerdings kein Manager, sondern er besucht die Rudolf-Steiner-Schule in Bergedorf und ist erst 13. Doch er hat eine Mission: Der Wentorfer wirbt im Rahmen des Projektes "Plant for the Planet" für eine Baumpflanzaktion. Er möchte an der Straße Stöckenhoop möglichst noch in diesem Herbst mit Hilfe des Betriebshofes 20 neue Bäume pflanzen. Dafür sucht er finanzielle Unterstützung bei Gewerbetreibenden, Vereinen und Verbänden sowie Privatpersonen.
"Klimaschutz geht uns alle an", sagt Johannes. In einem Buch hatte Johannes Heiderich über "Plant for the Planet" - eine von Kindern gegründete Initiative - gelesen. Und er wurde neugierig. Beim Besuch einer von der Organisation gestalteten Akademie für Kinder und Jugendliche informierte sich der Wentorfer Schüler persönlich über die Aufgaben des Projektes, das weltweit Baumpflanzaktionen initiiert. "Seither engagiere ich mich für ,Plant for the Planet'", sagt Johannes.
Nun möchte er an der Straße Stöckenhoop 20 Bäume pflanzen. "Von 24 Ahornen, die dort im Jahr 2000 gepflanzt wurden, sind bis auf vier alle eingegangen", sagt der Jugendliche. Dafür möchte er Ersatz schaffen und hofft dabei auf zahlungskräftige Wentorfer Unterstützer. Der Wirtschaftsinitiative (WIW) hat Johannes seinen Plan, mit Unterstützung seines Vaters Armin, bereits vorgestellt. "Die WIW will zwei Bäume spenden", berichtet der quirlige Schüler.
Mit dem Leiter des Betriebshofes hat er bereits vereinbart, dass er bei der Auswahl der Bäume helfen möchte, sobald er das erforderliche Geld bei Sponsoren eingesammelt hat. Auch für die Pflanzaktion, die im Herbst stattfinden soll, hat der Schüler seine Hilfe zugesichert.
Wer den Wentorfer bei seiner Aktion unterstützen möchte, kann sich unter johannesheiderich@hotmail.de per E-Mail an ihn wenden.




Bundesverfassungsrichter zu Straßenbaukosten
Anwohner können entlastet werden

Wentorf. Bürgermeister Matthias Heidelberg setzt sich dafür ein, die Lasten des Straßenausbaus auf viele Schultern zu verteilen.

Foto: Krüger

Reinbek/Wentorf (hap) - Tausenden von Haus- und Grundstückseigentümern dürfte ein Stein vom Herzen fallen. Die bislang gängige Praxis, die Anlieger bis zu einer Höhe von 85 Prozent an den Kosten für Straßenbau zu beteiligen, kann durch ein neues Finanzierungsmodell abgelöst werden. Möglich macht dies ein aktuelles Urteil des Bundesverfassungsgerichts.
Die Straßenbaubeiträge sorgen seit Jahren in vielen Städten und Gemeinden für kontroverse Diskussionen. Da die Kommunen die Instandhaltung wegen knapper Kassen oft nur mangelhaft betrieben haben, müssen Straßen immer öfter komplett neu ausgebaut werden. Folge: Die Anwohner werden nach geltendem Recht zu Straßenbaubeiträgen herangezogen. Und das können in Einzelfällen je nach Grundstücksgröße bis zu mehrere zehntausend Euro sein.
Gegen diese Praxis formierte sich bundesweit - auch in Wentorf oder in Reinbek - der Widerstand. Die "Initiative für faire Straßenfinanzierung" in Wentorf stritt gar für die Abschaffung der Straßenbaubeiträge von Anliegern - ohne Erfolg.
Stattdessen gingen Städte und Gemeinden immer öfter dazu über, die Kosten für Straßenbau durch so genannte wiederkehrende Beiträge auf sämtliche Grundstückseigentümer einer Kommune zu verteilen. Dagegen hatten jedoch Hauseigentümer aus Rheinland-Pfalz bis vor das Bundesverfassungsgericht geklagt. Die Karlsruher Richter urteilten jetzt: "Die Erhebung wiederkehrender Straßenausbaubeiträge ist verfassungsrechtlich zulässig."
Wentorfs Bürgermeister Matthias Heidelberg reagierte mit Erleichterung auf diese Nachricht: "Endlich ist dieses Thema, das jahrelang für Unruhe gesorgt hat, zu einem Abschluss gebracht worden." In Schleswig-Holstein erlaubt das Kommunalabgabengesetz die Einführung wiederkehrender Beiträge für den Straßenbau. "Auf der Basis des Karlsruher Urteils werden wir für die Kommunalpolitik den Entwurf einer neuen Beitragssatzung erarbeiten", so der Verwaltungschef.
Reinbeks Bürgermeister Axel Bärendorf warnt dagegen vor Aktionismus. "Die Einführung wiederkehrender Beiträge wäre mit einem Mega-Aufwand verbunden", mahnt Reinbeks Verwaltungschef. Dies gelte besonders für größere Städte. So müssten die Kosten für den Ausbau der Straßen, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums saniert werden sollen, genau kalkuliert werden. "Dann muss regelmäßig nachgerechnet werden, ob die Beiträge ausreichen", so Bärendorf. Zugleich sieht er das Problem, das sich die die Höhe der Anwohner-Beiträge in Ortsteilen wie Ohe von der in Alt-Reinbek spürbar unterscheidet. "Klagen sind damit programmiert", fürchtet Bärendorf.
Wentorfs Bürgermeister Matthias Heidelberg bevorzugt das neue Finanzierungsmodell für den kommunalen Straßenbau. "Ich bin für wiederkehrende Beiträge", erläuterte er im Gespräch mit der Glinder Zeitung ˇ Sachsenwald.
Das Prinzip: Alle Grundstückseigentümer werden gleichmäßig an den Kosten für den Ausbau der gemeindeeigenen Straßen beteiligt. Heidelberg: "Politik und Verwaltung legen zum Beispiel eine Liste für den Ausbau von Straßen in einem bestimmten Zeitraum fest. Von den geschätzten Baukosten wird der Gemeindeanteil, zum Beispiel 47 Prozent, abgezogen. Die verbleibenden 53 Prozent werden nach einem festgelegten Schlüssel auf alle Grundstückseigentümer verteilt, die die Summe über den Planungszeitraum in gleichbleibenden monatlichen Beträgen bezahlen." Der Verwaltungschef geht davon aus, dass jeder Eigentümer mit Beträgen im niedrigen zweistelligen Bereich belastet werden würde.
Die Ausbaubeiträge müssten nach Heidelbergs Worten kostendeckend sein. Heißt: "Die Gelder würden nicht in den allgemeinen Haushalt fließen, sondern ausschließlich für den Straßenbau eingesetzt." Überzahlte Beträge würden den Beitragszahlern wieder erstattet werden.
Heidelberg geht davon aus, dass zu Beginn der Sitzungsperiode im Herbst ein erster Entwurf für eine neue Straßenbaubeitragssatzung vorliegen wird. "Dann muss die Politik entscheiden."
Reinbeks Bürgermeister Bärendorf rät seinem Nachfolger, zunächst ein Gutachten von einem Experten für Verwaltungsrecht anzufordern, bevor weitere Schritte eingeleitet werden.



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