Nr. 30 / 22. Juli 2014 / 46. Jahrgang  
  
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Innenminister Andreas Breitner besuchte die Kinderstadt
Stadtrechte an "Stormini" verliehen

Glinde. Jonas (12) aus Neuschönningstedt wurde zum Bürgermeister der Kinderstadt "Stormini" gewählt. Er bleibt bis zur nächsten Stormini 2015 im Amt.

Foto: Iwohn

Glinde (bs) - Es war eine Premiere: Zum ersten Mal in seiner Amtszeit verlieh Innenminister Andreas Breitner Stadtrechte. Die Kinderstadt "Stomini" erhielt von ihm die Urkunde, die unter anderem dazu berechtigt, die Schleswig-Holstein Fahne zu hissen. Eine Fahne hatte Breitner allerdings nicht mitgebracht. "Die wird nachgeliefert", versprach er. Die Kinder waren begeistert und bedankten sich mit dem "Stormini-Lied". Das ist "die schönste Stadt der Welt", heißt es darin. Die fröhliche Aufführung bildete den Abschluss des Besuchs, für den sich der Minister viel Zeit genommen hatte. Der feierlichen Verleihung der Stadtrechte war eine Besichtigung der Kinderstadt vorangegangen. Von der Küche bis zur Arbeitsagentur, vom Finanzamt bis zu Werkstätten und der Erste Hilfe Station des Deutschen Roten Kreuzes führte der Weg durch die "Stormini".
Der Kreisjugendring hat wieder ein lehrreiches und unterhaltsames Ferienerlebnis für 240 Kinder organisiert. Unterstützt wird das Projekt von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, von Organisationen, Behörden und Firmen, die ihre Auszubildenden als Betreuer teilnehmen lassen. Die Kinder arbeiten, was sie gerne tun, und zahlen Steuern, was sie nicht so gerne tun. Denn Extras, wie die Süßigkeiten aus dem Candy-Shop kosten "Stormini-Geld", das wie im wirklichen Leben schnell ausgegeben ist, wenn man die Annehmlichkeiten in der Freizeit genießen möchte, wie das Toben auf der Hüpfburg.
Ganz so wie im wirklichen Leben ist es allerdings doch nicht. "Die Zahlungsmoral ist besser", berichtet Sarah Kronbügel, Auszubildende beim Finanzamt. "Die meisten kommen freiwillig." An alle, die das nicht von selbst erledigen, verschickt der elfjährige Jonas Mahnungen. "Das ist witzig und es ist ja für einen guten Zweck", erklärt er.
Gar nicht witzig findet es Jakob, dass das Legofahrzeug, das er in der Technikwerkstatt programmiert hat, noch nicht genau so arbeitet, wie er es will. "Jetzt ist der Minister weg, jetzt klappt es", stellt der Zehnjährige dann etwas enttäuscht fest. Ein Trost bleibt jedoch: Glindes Bürgermeister Rainhard Zug hat den Erfolg noch mitbekommen.
Zwischendurch war der Minister auch als Interview-Partner gefordert. Im Filmstudio der Kinderstadt wurde er von Marlene (12) und Linus (13) befragt. Die Verleihung der Stadtrechte war ein Thema dabei, die Fußballweltmeisterschaft ein weiteres. Am Schluss gab es Lob für Minister Breitner, weil er sich so prägnant und verständlich ausgedrückt hatte. "Das machen Politiker ja oft ganz anders", befand Linus.
Ganz selbstbewusst zeigte sich auch Jonas (12) aus Neuschönningstedt. Er war Mitglied des Stadtparlamentes und einer von 14 Kandidaten für das Bürgermeisteramt von "Stormini". "Ich habe die Abstimmung gewonnen, weil ich lockerer geredet habe und spontaner rübergekommen bin als andere", erklärte der neu gewählte Bürgermeister seinen Erfolg. "Das ist meine Wahrnehmung, ich weiß allerdings nicht, wie die anderen das erlebt haben."
Von seinen Freunden hatte er sich für die Kandidatur überreden lassen. "Ich hätte nie gedacht, dass ich unter die Top Vier komme. Und mit nur vier Stimmen Vorsprung bei insgesamt 200 Wählern habe ich dann gewonnen." Jonas zeigte sich überwältigt, als er das Ergebnis hörte. "Wahnsinn, habe ich gedacht, dass ich so weit komme." Seine Wahlversprechen waren einfach und überzeugend: Preise senken, eine Wasserschlacht auf der Stormini veranstalten und dass sich alle Eis kaufen können. Er bleibt bis zum nächsten Jahr im Amt.




Rund 950 Arbeitsplätze in Glinde sind betroffen
Honeywell geht an Federal Mogul

Glinde. Für die Mitarbeiter von ehemals Honeywell ist die Zukunft noch ungewiss.

Foto: Iwohn

Glinde (ciw) - Der amerikanische Automobilzulieferer Federal Mogul hat Teile von Honeywell Friction Materials übernommen. Davon sind in Glinde rund 950 Arbeitsplätze und weltweit 2.200 Arbeitsplätze auch in Werken in China und Rumänien betroffen. Federal Mogul ist einer der Marktführer bei Bremsbelägen, die global in der Erstausrüstung von Pkw und Lkw eingesetzt werden.
"Die Übernahme bedeteutet eine erhebliche Erweiterung der Fertigungs- und Entwicklungskompetenzen für unser Bremsgeschäft", sagte Daniel Ninivaggi, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Federal Mogul. "Langfristig wollen wir unsere wichtigen Bremsproduktlinien um weltweit wettbewerbsfähige Angebote und marktführende Technologien ergänzen. Die Transaktion bringt uns diesem Ziel rasch näher. Sie stärkt unsere Marktführerschaft im Erstausrüster- und Ersatzteilgeschäft, insbesondere in Europa und Asien." Voraussetzung für die Zustimmung der europäischen Wettbewerbskommission war der Verkauf von Produktionsbetrieben von Federal Mogul in Deutschland und Frankreich. Am 16. Juni hatte die Kommission ihr Okay mit Auflagen gegeben. Am 11. Juli konnten die Verträge notariell beurkundet werden.
Betriebsratsvorsitzender Michael Petersen sieht für den Standort Glinde keine aktuelle Schließungsgefahr. Hier sei das Problem, dass im größten Teil, der Herstellung von Pkw-Bremsbelägen, die Produktionszahlen deutlich rückläufig seien. Für die nächsten Jahre müssten zur Sicherung der Arbeitsplätze unbedingt Investitionen in die neue sogenannte "Heißpresstechnologie" erfolgen, sonst werde das großvolumige Erstausrüstungsgeschäft in Zukunft nur noch in Rumänien gemacht.
Dass Industriebetriebe in großer Zahl Neueinstellungen vornehmen, würde ja heute kaum noch jemand erwarten, aber zur mittel- und langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze auf dem heutigen Niveau müssten eben Investitionen von der neuen Firma in Glinde getätigt werden.
Die Stimmung in der Belegschaft bezeichnete er als "gemischt". Man könne sich ja auch nicht den ganzen Tag Sorgen machen, sagte er.



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