
Bad Oldesloe. Ulrich Mietschke (v. l.), Präsident Handwerk Schleswig-Holstein, Jost de Jager, Wirtschaftsminister, sowie Kreishandwerksmeister Björn Felder begrüßten die Gäste. Foto: Iwohn
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34. Jahrestreffen mit dem Stormarner Handwerk in Bad Oldesloe
Sorge um Fachkräftemangel
Stormarn (ciw) - Der neu gewählte Kreishandwerksmeister Björn Felder (41) konnte zum 34. Jahrestreffen mit dem Stormarner Handwerk in Bad Oldesloe rund 150 Gäste und als Hauptredner Jost de Jager, Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, begrüßen. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit der Volksbank Stormarn, der Raiffeisenbank Südstormarn-Mölln und der Raiffeisenbank Bargteheide angeboten. Felder ging auf den demografischen Wandel ein sowie auf den drohenden Fachkräftemangel. Umso erfreulicher sei es, dass das Handwerk in Stormarn die Anzahl der neuen Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr um über zehn Prozent steigern konnte, resümierte er. Am 1. April trete ein Gesetz in Kraft, das dem Fachkräftemangel entgegen wirken solle: das Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen. Dies werde dringend gebraucht, lobte er. Kritik übte Felder dagegen an illegaler Beschäftigung und Schwarzarbeit. Nach einer Studie des Institutes für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) in Tübingen umfasse die Schwarzarbeit allein in 2011 ein Volumen von 345,8 Milliarden Euro. "Dies ist ein schwerer Verstoß gegen die Grundlagen unseres Sozialstaates. Bestehende Arbeitsplätze und der Abbau von Arbeitslosigkeit werden gefährdet", sagte er. Das Handwerk ist seit 2008 Träger des Jugendaufbauwerkes in Bad Oldesloe. In acht verschiedenen Berufsfeldern bietet das Handwerk berufsbegleitende Bildungsmaßnahmen, Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen und ausbildungsbegleitende Hilfen an, erklärte Felder. Auf die berufliche Bildung ging auch Ulrich Mietschke, Präsident Handwerk Schleswig-Holstein, ein. Die neue Landesregierung müsse sich nach der Wahl am 6. Mai um eine attraktive duale Ausbildung kümmern. Sie sei ein zentrales Element, um dem Fachkräftemangel zu begegnen, sagte er. Ein Schwerpunkt müsse der Bereich der überbetrieblichen Ausbildung sein. Vollzeitschulische Ausbildungsgänge müssten insbesondere dort reduziert werden, wo sie in unmittelbarer Konkurrenz zur dualen Ausbildung stehen. Zur Stärkung der dualen Ausbildung gehöre auch, dass eine dreijährige Berufsausbildung im deutschen Qualifikationsrahmen nicht schlechter gestellt werde als das Abitur, forderte er. In Sachen Finanzpolitik kritisierte Mietschke, dass er erneut eine Kreditklemme befürchte. Als "Kraftzentrum" bezeichnete Wirtschaftsminister Jost de Jager den Landkreis Stormarn. Mit einer Arbeitslosenquote von rund 3,5 Prozent liege Stormarn nah an der Vollbeschäftigung. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt nannte Jost de Jager "so gut wie vor 20 Jahren". Schleswig-Holstein gehe es nicht schlecht, das Land sei gut aus der Wirtschafts- und Finanzkrise herausgekommen, zu einem großen Teil sei dies das Verdienst des Handwerks. Der Minister warnte davor, den Fachkräftemangel zu unterschätzen. Künftig werde sich ein Mitarbeiter seinen Betrieb aussuchen können und nicht umgekehrt.
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