Verlag Hans-Jürgen Böckel GmbH, Beim Zeugamt 4, 21509 Glinde, Telefon 040/710 90 80, Fax 040/710 90 888, E-Mail: info@glinder-zeitung.de, Druckauflage 41.400
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   Nr. 29
   17. Juli 2018
   50. Jahrgang
   
   
GLINDE
Spende ermöglicht Ferien für alle Kinder

Unterstützung für zwei Glinder Projekte gab es unlängst. Der Sportverein und die Kindertagesstätte Löwenzahn wurden mit Spenden bedacht. Repräsentanten der "Town & Country Stiftung" waren dafür gleich zwei Mal mit Zuwendungen in die Stadt gekommen.

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REINBEK
Mehr Schutz für die Radfahrer gefordert

Fußgänger und Radfahrer sind im Straßenverkehr besonders gefährdet, schwere Unfälle keine Seltenheit.
Deshalb hat die Reinbeker SPD-Fraktion in Zusammenarbeit mit dem ADFC vor knapp drei Jahren ein Radwege- konzept entwickelt. Nun fordern die Politiker die Umsetzung im Zuge einer gewissen Gleichberech- tigung für Autofahrer und Radfahrer.

 
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Außerdem diese Woche in der
Glinder Zeitung ˇ Sachsenwald:

Glinde
Spannung beim Weinel Immobilien Cup

Glinde
Bergedorfer Musiktage: Pianist begeistert

Wentorf
Bio statt Plastik


SONDERSEITEN:

Aktiv im Alter



Grundschule Barsbüttel wird jetzt nach der deutschen Erfolgsautorin benannt
Kirsten Boie wird Namenspatin der Schule

Kirsten Boie signiert für Schüler der Grundschule Barsbüttel ihre Bücher.

Foto: Kuhlmann

Barsbüttel (iku) - Nun ist es endgültig beschlossene Sache: Die Gemeindevertreter haben kürzlich einstimmig ihre Zustimmung für die Umbenennung der Grundschule in "Kirsten Boie Schule - Grundschule in Barsbüttel" gegeben.
Der Schülerrat der Erst- bis Viertklässler hatte den Antrag im Mai bei der Gemeinde eingereicht. "Die Kinder lieben die Bücher von Kirsten Boie und wussten, dass sie in Stormarn lebt", so Ute Hickmann, Schulleiterin. Die Lehrerkollegen hatten bereits vor einiger Zeit die Überlegung angestellt, der Schule einen Namen zu geben. In Abstimmung mit den Schülern war schnell klar, dass die bekannte Autorin die perfekte Namensgeberin wäre.
Kirsten Boie zählt zu den wohl erfolgreichsten deutschen Kinderbuchautoren. Der "Ritter Trenk", "Seeräubermoses" oder "Die Kinder vom Möwenweg" zählen zu ihren Werken. Inzwischen hat die promovierte Literaturwissenschaftlerin über 100 Titel veröffentlicht. 2011 erhielt sie für ihren Roman "Ringel, Rangel, Rosen" den Gustav-Heinemann-Friedenspreis. Im Oktober 2011 wurde sie vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet. Die ausgebildete Lehrerin freut sich sehr darüber, dass nun die dritte Schule nach ihr benannt wurde.
Neben einer Schule in Baden-Württemberg trägt auch eine Grundschule in Niedersachsen ihren Namen.
"Kirsten Boie nimmt die Benennung der Schule mit ihrem Namen sehr ernst", sagt Ute Hickmann. Das Schulleben soll durch Projekte belebt werden und sie hat angekündigt, selbst zum Vorlesen zu kommen.
"Darüber hinaus werden wir ihr Aidswaisen-Projekt in Swasiland weiter unterstützten", so Hickmann.
Kirsten Boie ist Initiatoren der Möwenweg-Stiftung. Etwa 50 Prozent der Erwachsenen in Swasiland sind mit Aids infiziert. Viele Kinder bleiben als Waisen zurück. Durch die Möwenweg-Stiftung wird sich um diese Kinder gekümmert. Sie bekommen eine warme Mahlzeit und werden von Ehrenamtlichen betreut. Die Schule hatte bereits in der Vergangenheit der Stiftung Spenden zukommen lassen.
So wird das Projekt für beide Seiten ein Geben und Nehmen. Ein neues Schild wird demnächst den Eingang der Schule zieren und Lesen wird hier ab sofort richtig großgeschrieben.




Kinder sollen selbstbestimmt lernen
Start für Schule "Freiwärts"

Das Ansverushaus in Wohltorf, das der Kirchengemeinde Aumühle gehört, wird Sitz der neue Schule "Freiwärts".

Foto: Rutke

Wohltorf (sr) - Zum Beginn des neuen Schuljahres verändert sich die Schullandschaft in der Region: Am 18. August nimmt die demokratische Schule "Freiwärts - in Freiheit lernen" im Ansverushaus in Wohltorf den Betrieb auf. 35 Kinder im Alter von sechs bis etwa 13 Jahren werden dort gemeinsam und selbstbestimmt lernen. Der Unterricht erfolgt altersübergreifend, Klassen wie an den Regelschulen gibt es nicht. Unterrichtet werden die Kinder von Lernbegleitern, wie die Lehrer dort heißen. Die Eltern zahlen im Schnitt ein Schulgeld von 170 Euro monatlich an dieser Privatschule.
Das Konzept von "Freiwärts - in Freiheit lernen" sieht vor, dass Kinder selbst entscheiden, was sie wann lernen wollen. Wenn einem Kind ein Thema gerade wichtig ist und es sich dafür interessiert, fällt das Lernen leicht.
Initiatorin ist die Wentorferin Jessica Dzubilla, die mit ihrer Gründungsinitiative offensichtlich viele Eltern anspricht, denn die Schülerzahl für den Start ist erreicht und es gibt bereits eine Warteliste.
Sie und zwei weitere Mitarbeiter werden die Kinder unterrichten. Eine von ihnen ist Melanie Kühl. Die 35-Jährige hat zuletzt an einer Oberschule (Haupt- und Reaschule) in Niedersachsen Französisch und Biologie unterrichtet. Jetzt hat sie sich für den Wechsel an die Schule "Freiwärts" entschieden, weil sie sicher ist, dort genauso arbeiten zu können, wie es ihren Vorstellungen entspricht. "Hier ist der Blick komplett auf das Kind und seine Bedürfnisse gerichtet", erklärt sie.
Der Schultag beginnt mit einer einstündigen Ankommenszeit von acht bis neun Uhr. Im anschließenden Morgenkreis werden die Kinder begrüßt, Geburtstage gefeiert und wichtige Informationen weitergegeben. Dann beginnt der Schulalltag, der allerdings keinem festen Raster und keinem Stundenrhythmus folgt.
Da erübrigt sich auch die Frage nach der Schulglocke - die gibt es dort natürlich nicht. Für die Grundschüler gilt eine Kernzeit von vier Stunden, für die Älteren von fünf Stunden. In dieser Zeit entscheiden die Kinder selbst, was und wo sie lernen.
"Verpflichtende Pausen gibt es bei uns auch nicht", so Kühl. Jedes Kind soll sich eine Pause nehmen, wenn es eine braucht. Trotzdem brauchen sich Eltern keine Sorgen zu machen, denn gearbeitet wird nach dem Mentorenprinzip: jeder der Lernbegleiter hat "seine" Kinder als Mentor im Blick und achtet auf ihre Bedürfnisse.
Es ist geplant, die Schülerzahl in den kommenden Jahren auf 90 bis 100 Kinder anwachsen zu lassen. So sei Geborgenheit in der Gemeinschaft gewährleistet. Von den 35 Kindern, die im August eingeschult werden, sind rund 20 Grundschüler, die übrigen besuchen die Sekundarstufe.
"Unsere Schüler kommen aus Reinbek und Wentorf, aus Hamburg und Lauenburg", so Kühl. Eine deutsche Familie sei extra wegen dieser neuen Schule aus England zurück nach Deutschland gekommen. Andere Familien sind aus Lübeck, Kiel und Wolfsburg zugezogen.
Zu den Eltern, die sich im Förderverein der Schule engagieren, gehört Sarah Kölle aus Neuschönningstedt. Ihre Tochter Luna (5) soll im kommenden Jahr in der demokratischen Schule eingeschult werden, Sohn Lenyo (fast 2) wird später folgen. "Ich finde es erschreckend, wie viele Schulabgänger nicht wirklich wissen, was sie interessiert", erklärt die 35-Jährige. Für ihre Tochter habe sie nach Alternativen für die Regelschule gesucht und sich für "Freiwärts" entschieden. "Kinder sollen Lust haben, zu lernen und hier stehen die Kinder mit ihren Bedürfnissen im Mittelpunkt", begründet sie ihre Entscheidung. Sie arbeitet im Förderverein mit, hat die Gründungsphase aktiv begleitet und ist sich sicher: "Die schaffen das."
Die Planungen für die neue Schule laufen seit zwei Jahren, was bisher fehlte war das passende Gebäude. Das hat Dzubilla nun mit dem Ansverushaus gefunden. "Wir haben das Ans-verushaus erst am 1. Juli übernommen und beginnen jetzt mit den Renovierungsarbeiten", erzählt die Initiatorin, die sehr glücklich ist, ein so besonderes Gebäude gefunden zu haben.
Die riesige Villa mit diversen Räumen auf drei Etagen und dem großen Garten bietet sehr viele Möglichkeiten für das Konzept der demokratischen Schule "Freiwärts". Dort ist Platz für eine Bibliothek, einen Medienraum, Forscherräume und vieles mehr. Noch sind die meisten Räume unmöbliert. Tische und Stühle werden angeschafft, genauso wie Sitzbälle oder Sofas.
Aktuell hängen auf den Fluren und an den Türen Zettel mit Informationen, was alles zu erledigen ist. Die Liste ist lang und reicht von Aufräumen über Fenster putzen und Räume streichen bis zu Gartenarbeit. Einen großen Teil der notwendigen Arbeiten werden die Eltern der künftigen Schüler in Eigenregie erledigen. "Wir setzen hierbei voll auf Vertrauen und Verantwortung", so Jessica Dzubilla. Und sie ist sicher, dass das klappt.
Informationen zur neuen demokratischen Schule "Freiwärts" in Wohltorf gibt es unter www.freiwärts.de.









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